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Kleine große Sache

Kleinste Wohnungen, größtes Potenzial: Micro-Living bietet schon jetzt smarte Lösungen für die Wohnraumfragen der Zukunft.

In bester Innenstadtlage, mit intelligentem Grundriss und praktischer Einrichtung. Hört sich unbezahlbar an, ist aber durchaus leistbar. Wenn man denn bereit ist, auf Wohnfläche zu verzichten. Knapp 30 Quadratmeter für Essen, Schlafen, Wohnen – Micro-Living soll in den kommenden Jahren für Entlastung in den Städten sorgen. Die Micro-apartments sind zwar überschaubar, sie bieten ihren Bewohnern dennoch uneingeschränkten Freiraum. Weil sie auf smarten Konzepten basieren, die dem Leben im urbanen Herzen neuen Raum geben.

Gerade in Ballungszentren, wo Wohnraum ohnehin schon knapp ist und künftig noch begrenzter zu finden sein wird, entstehen immer öfter Micro-Living-Projekte. Heute lebt bereits 54 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Bis zum Jahr 2050 werden es sogar 66 Prozent sein. Das heißt, immer mehr Menschen müssen sich den begrenzten Platz teilen. Besonders in Asien, speziell in der japanischen Hauptstadt Tokio, stellt das eine große Herausforderung dar. Mit 13 Millionen Einwohnern ist Tokio die achtgrößte Stadt der Welt, gemessen an der Bevölkerungsdichte liegt der Großraum Tokio mit 38 Millionen Einwohnern auf etwa 13.500 Quadratkilometern aber weltweit vorne. Nirgends sonst leben so viele Menschen auf so engem Raum. Die Japaner waren daher auch die ersten, die den Vorteil des Micro-Living erkannt haben. Micro-Apartments, die hier durchschnittlich 26 Quadratmeter umfassen, sind seit einigen Jahren sehr beliebt. Ein Trend, der sich schnell ausbreitet. New York, Berlin, London. Sogar in Wien entsteht gerade ein gutes Beispiel dafür, wie Micro-Living ausschauen kann. Das „Viertel 2“ zwischen Krieau, WU Wien und dem Grünen Prater bietet eine Vielzahl an kleinsten Eigentumswohnungen mit größtmöglicher Lebensqualität.

© Ruetemple
Weniger ist mehr

Das Wohnkonzept Micro-Living führt dazu, dass auch Innenausstattung und –einrichtung neu gedacht werden müssen. Möbel, die in vertikalen Ebenen angeordnet sind, lassen keinen Zentimeter ungenutzt. Der Schlafbereich mit einem Plattformbett bietet so nicht nur Erholung in der Nacht, sondern tagsüber eine Fläche, die als Schreibtisch genutzt wird. Gleichzeitig sorgen Laden in der Plattform für ausreichend Stauraum. Schränke übernehmen die Funktion von Wänden oder werden einfach horizontal an der Decke angebracht. In Micro-Apartments sind schlaue Lösungen gefragt, die gleichermaßen praktisch und stylish sind. Räume werden zu multifunktionalen Bereichen, die mehr können, als man vermutet.

Einen Beweis dafür liefert der chinesische Architekt Gary Chang. In Hong Kong beheimatet, ist er seit seiner Kindheit selbst vom knappen Wohnraum in der Metropole betroffen. Die Bevölkerungszahl Hong Kongs ist in den letzten zehn Jahren um eine halbe Million Menschen gestiegen, Eigentumswohnungen sind außerdem so teuer, dass die Stadt einzig von Monaco überholt wird, wenn es um Wohnkosten geht. Generell werden Grund und Boden weltweit teurer, auch deswegen muss Wohnraum möglichst effizient genutzt werden. Micro-Apartments, meist in Top-Lagen, weisen ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auf. Die 32 Quadratmeter, auf denen Chang lebt, gehören da dazu. Über Jahre hat er seine Wohnfläche optimiert, bis er die Idee mit den verschiebbaren Wänden hatte. Wenn Chang die Wände seiner Wohnung bewegt, entsteht in Sekundenschnelle ein neuer Raum. Bis zu 24 verschiedene Anordnungen und somit Räume sind möglich. Dank eingebauter Möbel und ausklappbarer Arbeitsflächen ist seine Wohnung Küche, Bücherei, Bade- und Spielzimmer in einem. „Domestic Transformer“ nennt er sein ausgeklügeltes Wohnsystem, das auch im Ausland auf viel Interesse gestoßen ist.

© Ewout Huibers for Zoku and concrete
Kompaktes Wohnen mit hohem Komfort

Lässt man den finanziellen Aspekt sowie die Problematik des uneingeschränkten Städtewachstums außer Acht, zeigt sich, dass Micro-Living auch eine Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen ist. In Österreich ist beispielsweise schon heute fast die Hälfte aller Wohnungen „nur mehr“ 40 bis 50 Quadratmeter groß und beherbergt in vielen Fällen lediglich einen, maximal zwei Bewohner. Modernes Wohnen wird zunehmend kompakter. Die Zahl der Singlehaushalte steigt kontinuierlich. Doch nicht nur Singles, auch Pendler oder Studenten profitieren vom Micro-Living. Oft sind die Wohneinheiten – siehe oben – bereits mit speziellem Interieur möbliert. Auch infrastrukturtechnisch sind Micro-Apartments gut erschlossen. Zentral gelegen, verkürzen sie Wegstrecken, sowohl in die Arbeit als auch zur nächsten Freizeitaktivität. Sie erfüllen alle Bedürfnisse, bieten dabei hohen Komfort. Deshalb sind wir uns bei JP Immobilien sicher, dass sich das in Asien bereits etablierte Micro-Living auch in Europa durchsetzen wird. Bei unserem Architekturpreis „Supercape 2016“ suchten wir aus diesem Grund Ideen zum Future Urban Living, konkret zum Micro-Living. Der große Andrang verdeutlichte, welche Relevanz das Thema schon jetzt hat – und dass es wahrscheinlich nicht mehr lange dauert, bis auch wir auf Micro-Apartments bauen.

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