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Wer teilt gewinnt.

Das Teilen ist wieder in Mode gekommen. Viele Wirtschaftsbereiche wurden bereits von der „Sharing Economy“ eingenommen. Und auch die Immobilienbranche hat sich anzupassen.

Die Generation der Millenials, die sich vor allem auf Individualität und Flexibilität stützt, ist groß geworden. Damit sind auch die Zeiten vorüber, in denen nur Eigentum zählte und jeder fein säuberlich einen Zaun um sein Grundstück baute. Eine Ökonomie des Teilens hat Einzug gehalten. Das Teilen geschieht aber nicht nur aus sozialer Erwägung heraus – für die Teilenden entsteht dadurch im Regelfall auch ein wirtschaftlicher Vorteil.

Vor allem das Internet hat die Sharing Economy vorangetrieben, da durch simpel aufgebaute Websites die Organisation des Teilens, also das Kommunizieren von Angebot und Nachfrage, sehr leicht fällt. In den letzten Jahren sprossen daher zahlreiche Onlinedienste aus dem Boden, die demonstrieren, dass es sich nicht um ein Nischen-, sondern um ein Milliardengeschäft handelt. Airbnb, eine Plattform zur Vermietung von Privatunterkünften, oder Uber, ein Carsharing-Service, sind zwei der erfolgreichsten (und gleichzeitig umstrittensten) Dienste dieser Art.

Mein Raum, dein Raum.

Co-working-Spaces oder Shared Spaces sind Angebote, die speziell selbstständig Tätige oder Start-ups gerne in Anspruch nehmen: Büroflächen werden unter vielen aufgeteilt, individuell gestaltbare Arbeitsplätze vergeben.

Auch Immobilienflächen werden vermehrt für kurz- oder mittelfristige Mieten zur Verfügung gestellt. So kommt es besonders im städtischen Raum immer wieder zur Eröffnung von Pop-up-Stores oder temporären Showrooms, wo Geschäftslokale nur für wenige Monate angemietet werden.

Die Nachfrage nach temporär angelegten Angeboten oder Zwischennutzungen wird immer höher. Für Immobiliendienstleister bedeutet dieser Trend zur Flexibilisierung, dass auch selbst flexiblere Lösungen angeboten werden müssen – denn es steht außer Zweifel, dass sich diese Entwicklung auch in Zukunft fortsetzen wird. Doch für die Immobilienwirtschaft zeichnen sich auch Potenziale ab.

Genug Luxus für alle.

Die Ökonomie des Teilens macht auch im High-End-Segment nicht Halt. Was man früher ganz und gar nicht mit Luxusimmobilien in Verbindung gebracht hat, steht jetzt an der Tagesordnung: die Nutzung von Gemeinschaftseinrichtungen. Noch vor einigen Jahren war es angesagt, etwa das Fitnessstudio, die Bar oder den Gesellschaftsraum innerhalb der eigenen vier Wände unterzubringen – diese Einstellung hat sich jedoch geändert. Die Nachfrage nach Angeboten im Haus, die man mitnutzen oder dazubuchen kann, ist größer geworden. Das bestätigt auch Martin Müller, Geschäftsführer der J+P Immobilienmakler GmbH, in einem Interview mit der Tageszeitung Die Presse. „Die Frage, welcher Teil öffentlich ist und was privat, wird wichtiger“, so Müller. „Denn bei einer kleinen Stadtwohnung stellt sich schon die Frage, wie oft man eine Party mit mehr als sechs Leuten gibt. Und dann hat es mehr Sinn, im Haus einen Salon zu mieten als entsprechend mehr Fläche zu kaufen.“

Bei der Planung und Gestaltung neuer Wohnprojekte wird auf diese Bedürfnisse eingegangen. Vom Fitnessstudio über den Ruheraum bis zum kleinen Kino werden verschiedenste Gemeinschaftsflächen in die Immobilien integriert. Verwaltet werden solche Flächen meist über einen hauseigenen Concierge, über die Hausverwaltung oder einfach über eigens programmierte Onlinetools.
Und bezahlt wird nur, was auch wirklich in Anspruch genommen wird.

» Geteilter Luxus ist eben doppelter Luxus. Mindestens. «
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